Selbst ein gründlich erstellter Energieausweis ist nicht mit einer umfassenden Energieberatung zu verwechseln.
 
Ein Energieausweis kann nicht als Grundlage für ein Sanierungsvorhaben dienen, sagen auch Verbraucherschützer. Eigenheimbesitzer müssen zudem den Verbrauchs- vom Bedarfsausweis unterscheiden. Lediglich beim Bedarfsausweis kommt der Energieberater zur Begutachtung ins Haus, um sich selbst ein Bild von der Heizungsanlage, Bausubstanz und ihren Dämmeigenschaften zu machen. Und nur im Bedarfsausweis müssen mindestens zwei passende Sanierungsmaßnahmen vorgeschlagen werden. Für einen konkreten Sanierungsplan reicht das aber nicht aus.
 
Den vergleichsweise simplen Verbrauchsausweis können Energieberater hingegen ohne Vor-Ort-Besichtigung des Gebäudes lediglich anhand der Jahresrechnungen für Heizung, Strom und Warmwasser sowie ein paar Eckdaten zum Haus erstellen. Dementsprechend gibt es sie auch im Internet schon für weniger als 40 Euro. Mehr als einen groben Anhaltspunkt, wie viel Energie eine Wohnung oder ein Haus verschlingt geben sie allerdings nicht. Denn der Verbrauchswert hängt maßgeblich von den Witterungsverhältnissen in den betrachteten Jahren und dem Heiz- und Nutzungsverhalten der Bewohner. Der ermittelte Verbrauchswert kann daher beim nächsten Bewohner der Immobilie schon wieder ganz anders ausfallen.
 
Umgekehrt kann am Ende einer fachkundigen Energieberatung auch ein Bedarfsausweis als Nebenprodukt für den Hausbesitzer herauskommen. Der sollte aber nicht im Fokus stehen, denn primär geht es um das Ziel, mit möglichst geringem Einsatz mit einer Teil- oder Komplettsanierung den gewünschten Einspareffekt zu erreichen.
 
Staatliche Qualitätsstandards nur für förderberechtigte Energieberater
 
Die meisten Energieberater sind von Haus aus Architekten, Bauingenieure oder Handwerkermeister. Das allein reicht für die komplexe Materie einer energetischen Sanierung nicht aus. Daher haben die meisten Energieberater umfassende Weiterbildungen absolviert. Viele von ihnen sind zudem in regionalen Netzwerken oder Verbänden organisiert, deren Dickicht der Verbraucher kaum noch durchschauen kann. Mit den Jahren haben Angebote und Anforderungen immer weiter zugenommen.
 
Was der Energieberater alles dafür tun und wissen muss, ist aber lediglich für jene vom Staat vorgeschrieben, deren Arbeit auch staatlich gefördert wird. Dabei sind die Qualifikationsanforderungen je nach Förderungsart unterschiedlich.
 
Quelle: Andreas Toller, wiwo.de